Nach einem 12 stündigen Flug landeten Ines und ich auf dem Calgary-Airport und wurden dort herzlich und tränenreich von meinen Eltern und einer Country-Band empfangen. Um uns von dem Flug zu erholen, fuhren wir in ein nahegelegenes Motel und da die Sehenwürdigkeiten von Calgary dicht beieinander liegen, eroberten wir am nächsten Morgen die City zu Fuß.
Calgary
Calgary bei Nacht
Einkaufen ist in Calgary ein Vergnügen, das sich an nassen und kalten Tagen anbietet. Das +15-System, gläserne Fußgängertunnels und -brücken, verbinden verschiedene Kaufhäuser in der Innenstadt miteinander, so dass die Kunden auch in den kalten Wintern angenehme Einkaufsbummel machen können.
Kleidung, vor allem Jeans, sind besonders günstig zu bekommen und sind von hervorragender Qualität. Die großen Einkaufszentren bieten Markenware für jeden Geschmack. Wer Westernkleidung sucht, ist in der Stephens Avenue an der richtigen Adresse.
Hier findet man alles. Von silbernen oder goldenen Gürtelschnallen über Westernstiefel bis hin zum Cowboyhut, der je nach Geschmack schon für unter 50 Can$ zu haben ist. Auch wenn seine Wirkung durch die Bürotürme etwas gemindert wurde, beeindruckte mich der 191 m hohe und 1968 fertig gestellte Calgary Tower besonders. Von der verglasten Aussichtsplattform, als auch vom Drehrestaurant und der Bar hatten wir eine einmalige Aussicht über die Stadt. Bei gutem Wetter kann man von hier aus über Südalberta bis zu den Rocky Mountains in 80 km Entfernung sehen.
Olympic Plaza
Der Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1988 besitzt noch viele Plätze, die an dieses Ereignis in der Stadtgeschichte erinnern. An der Olympic Plaza wurden die Medaillen verliehen. Gedenkplaketten ehren die Olympiasieger von damals. Ziegelsteine, auf denen sich Besucher der Spiele verewigen konnten, sind als Pflastersteine verwendet worden. Im Osten, hinter der Olympic Plaza, steht der raue Sandstein des Rathauses in faszinierendem Kontrast zu dem glatten, blauen Glas des neuen Anbaus.
Calgary Stampede
Weltberühmt ist Calgary für das größte Rodeo der Welt, der alljährliche Calgary Stampede.
Jedes Jahr ab dem ersten Freitag im Juli findet dieses Rodeo-Volksfest statt. Dann treffen sich Rodeoreiter, Cowboys und Viehhändler aus Kanada und den USA. Ganz Calgary schwelgt im Cowboyfieber.
Es gibt eine Viehausstellung und -preiskrönung, Planwagenrennen, Square Dance, Glücksspiele und vieles mehr. Die Bewohner der Stadt kleiden sich 10 tagelang in Jeans mit Staubschutz, Cowboyhut und bunten Hemden. Und die Stadt selbst schmückt sich mit allem, was mit Viehzucht zu tun hat.
Am nächsten Morgen, nach gebratenen Kartoffeln, Rührei, Schinken, Würstchen und Toast, besuchten wir den Calgary Zoo, Botanical Garden, Prehistoric Park. Der Zoo liegt auf einer Insel im Bow River und beherbergt Tiere aus der ganzen Welt.
Drumheller
Royal Tyrell Museum
Nach zwei tagen Aufenthalt in Calgary fuhren wir über den Transcanada Highway, durch ehemaliges Prärieland, heute Farm- und Waldland, zum 728 Quadratkilometer umfassenden Dinosaur Provincial Park. Das Tyrell-Museum liegt zirka zwei Autostunden von Calgary entfernt, in den Badlands bei Drumheller. Benannt wurde das Museum nach Joseph Burr Tyrell, dem Entdecker des Albertosaurus (1884).
Drumheller und der nahe liegende Dinosaur Provincial Park sind Weltberühmt als Fundstätte von Dinosaurierfossielien.Zur Badland-Szenerie des Parks gehören prächtige Bestände an Pyramidenpappel, Lebensraum für reiches Vogelleben.
1955 wurde der Park gegründet und ist außer dem Nemegt-Tal in der Mongolei in seinem Reichtum als Fossilienfundstätte unübertroffen. 1979 erklärte die Unesco den Dinosaur Provincial Park zum Welterbe.
Glacier Nationalpark
Glacier Nationalpark
Auf dem Transcanada Highway #1 durchquerten wir den Glacier Nationalpark der zwischen Revelstock und Golden liegt. Er wurde 1911 gegründet und umfasst ein zerklüftetes und mit 422 Gletschern bedecktes Gebiet in den Selkirk Mountains. Für Bergwanderer gibt es hier viele Wandermöglichkeiten, doch Vorsicht, das Gebiet ist Bärenland.
Jasper Nationalpark
Jasper Nationalpark
330 km von Edmonton entfernt liegt der nördöstliche Eingang vom Jasper National Park. Das Erlebnis des strahlend weißen, bis fast an die Straße reichenden Athabasca-Gletschers am Icefield Parkway war der Höhepunkt unserer Tour in dieser gegend der Rocky Mountains. Die Gletscherzunge ist Teil des Columbia Icefield, eines Überbleibsel aus der letzten Eiszeit.
Während sich meine Mutter und Ines bei einem heißen Bad in den Quellen von Miette entspannten unternahmen mein Vater und ich eine dreistündige Schlauchbootfahrt auf dem Athabasca River. Nach einem ausgezeichneten Frühstück im Restaurand des Becker´s Roaring River Charlets, wo wir in einer Blockhütte am Athabasca River übernachteten machten wie eine Wanderung entlang des Robson River am Fuße des eisbedeckten 3954 m und somit höchsten Gipfel der Rocky Mountains, der Mount Robson.
Craigellachie
Craigellachie
Im ehemaligen Eisenbahnort Craigellachie, 48 km westlich von Revelstoke befindet sich die Stelle wo Donald Alexander Smith am
7. November 1885 mit dem "Last Spike" (aus Eisen, nicht wie in den USA aus Gold) die transkontinentale Eisenbahnschienen verbunden hat. Eigentlich gab es zwei letzte Nägel. Smith hatte den ersten verbogen und musste daraufhin einen Ersatz nehmen.
Der Ort wurde nach dem Dorf Craigellachie am River Spey in Schottland benannt, der Heimat der Vorfahren von George Stephen, dem ersten Präsidenten der Canadian Pacific Railway.
Salmon Arm
Shuswap Lake
Nachdem wir die herrliche Aussicht von Craigellachie genossen haben ging es weiter nach Salom Arm, wo wir Freunde besuchten die einige Zeit vor meinen Eltern nach Kanada auswanderten.
Das Touristenstädtchen liegt am Shuswap Lake, einem bezaubernden, weit verzweigten See.
Leider war es uns kurzfristig nicht möglich ein Boot anzumieten und so unternahmen mein Vater und ich geführte Wanderung durch den Park, während unsere Frauen die Zeit nutzten um im Nachbarort Sicamaus zu Shoppen.
Edmonton/"West Edmonton Mall"
West Edmonton Mall
Da die Hauptstadt von Alberta nur 300 Kilometer von Calgary entfernt ist, durften wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, Edmonton und auch das Shoppingparadies, die “West Edmonton Mall” zu besuchen !
Die Mall befindet sich zwischen der 170th Street und der 178th Street und der 87th Avenue und 90th Avenue. Die “West Edmonton Mall”, ein Shopping-Center und Unterhaltungszentrum, ist die größte überdachte Mall der Welt.
"Santa Maria"
Auf einer Gesamtgeschoßfläche von ca. 550.000 Quadratmetern gibt es das größte Süßwasserwellenbad der Welt mit acht riesigen Doppel-Rutschen und einem Bungy-Turm darüber, einem Golfplatz, einem Spielcasino, einer Achterbahn für Kinder und Angsthasen, einer Westernbahn und diversen Karussells.
Der “Mind Bender”, eine Dreifach-Loopingbahn, war selbst für mich eine Herausforderung. Aber der absolute Knüller war eine Art abstürzender Fahrstuhl. Mein schlimmster Alptraum wurde sekundenlang zur Realität. Weiterhin befinden sich in der Mall:
- die Filialen der elf größten Kaufhaus- und Supermarktfilialunternehmen Kanadas,
- 48 Schuhgeschäfte,
- 23 Juweliere,
- 133 Cafes,
- unzählige Restaurants (u.a. in der New-Orleans-Starße Bourbon Street) und Imbisse,
- 20 Kinos und Theater,
- 5 Buchhandlungen,
- eine Rollschuh- und eine Schlittschuhbahn,
- ein Delphinarium mit Show,
- ein Hai-Aquarium,
- ein Mini-Zoo mit Tieren hinter Glas und ein See mit U-Bootfahrten,
- und einem Nachbau der Spanischen Galeone “Santa Maria”.
Nach 2. tagen Edmonton müssen wir Abschied nehmen von Kanada und meinen Eltern. Über den Transcanada Highway #1 geht es zurück nach Calgary, wo wir noch einen schönen Abend verbrachten bevor wir am nächsten Tag in das Flugzeug nach Deutschland stiegen.