Medicine Hat
Ankunft in Medicine Hat
Am 2. November landete ich auf dem Medicine Hat Airport, wo ich schon von meiner Familie erwartet wurde.
Medicine Hat ist die größte Stadt im Gateway County und sitzt am Transcanada Highway in der südöstlichsten Ecke Albertas auf einem ausgedehnten Erdgasfeld, das 1883 beim Bohren nach Wasser für die Loks der CPR entdeckt wurde.
Um diese Energien und Rohstoffe zu nutzen (beispielsweise für die Glasbläserei und Töpferei) siedelten sich entsprechende Industriebetriebe hier und in der näheren Umgebung an. Die Straßenbeleuchtung im Ortskern wurden als touristischer Gag auf Gaslaternen umgestellt.
Der Name Medicine Hat wird wie viele Namen in Alberta von einer indianischen Überlieferung abgeleitet.
Banff Sulphur Mountain
Eine Legende sagt, daß als die Cree und die Blackfoot kämpften, der Cree-Medizinmann seinen Kopfschmuck beim Überqueren des South Saskatchewan River verlor.
Die Cree sahen dieses als schlechtes Omen an, legten ihre Waffen nieder und wurden von den Blackfoot getötet. Der Schauplatz des Krieges wurde bekannt als "Hut des Medizin-Mannes." Als CPR-Station hieß der Ort Medicine Hat Crossing.
Das Wahrzeichen von Medicine Hat ist das “Saamis Teepe”. Es ist mit etwa 50 m Höhe eines der weltgrößen Indianertipis. Man findet es in der Nähe des Visitors Centre und stammt noch von den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary.
Nach einer Woche bei meinen Eltern in Medicine Hat, startete ich zusammen mit meinem Bruder Jens und seiner Frau Maggie in die Rocky Mountains. Da mir noch einige Sehenswürdigkeiten Calgarys fehlten, begangen wir die Rundreise im Fort Calgary Historic Park.
Calgary
Dean House
Leider erinnern nur noch die Grundmauern an das eigentliche Fort der North West Mounted Police, das in einer weitläufigen Grünanlage am Elbow River steht. Zwei der ältesten Gebäude der Stadt, das Dean House und das Hunt House stehen auf der anderen Seite des kleinen Elbow River und laden zum besichtigen ein.
Da wir noch vor der Dunkelheit Banff erreichen wollten, fuhren wir nach dem Mittagessen in das 130 Kilometer von Calgary entfernt liegende und 1883 als Kohlebergbau-Ort gegründete Canmore. Schon vom Highway aus sahen wir die längst geschlossenen Minen. Der Ort ist das Zentrum des Kananaskis Country am Transcanada Highway 30 Kilometer vor dem Banff Nationalpark.
Banff
Banff Avenue
Die Banff Avenue, einzige Hauptstrasse des Ortes, ist voll mit flanierenden Touristen. Hier liegt ein Souvenierladen neben dem anderen und man kann dort von T-Shirts bis riesige Totempfähle jeden Kitsch kaufen. Im Visitor Center besorgten wir uns eine Wanderkarte und besprachen in einem Restaurant bei einer Bison-Bratwurst unsere erste Tagestour. Maggie zog es als erstes in das fast gegenüber liegende Cascade Plaza, wo sie eine Ewigkeit mit stöbern verbrachte.
Zum Glück gab es im Untergeschoß einige Selbstbedienungsrestaurants, wo Jens und ich bei Kaffee und Hot Dogs auf sie warteten.
Nachdem wir die Einkäufe ins Hotel gebracht haben besuchten wir das Whyte Museum of the Canadian Rockies.
Banff Luxton Museum
Hier findet man alte Fotografien, Karten, Manuskripte, Gemälde und andere Archivstücke aus der Geschichte der Rocky Mountains.
Das Luxton Museum ist der Nachbau eines Forts und liegt am Ufer des Bow Rivers. Hier werden Ausstellungsstücke zum Leben und der Kultur der Rocky Mountains- und Prärie-Indiander gezeigt. Alltagsszenen werden durch lebensgroße Puppen dargestellt, die leider alle mürrisch dreinschauen. Nebenan kann man in einem Geschäft von Ureinwohnern hergestellte Artikel kaufen.
Das Banff Spring Hotel
Am nächsten Morgen fuhren wir von der Banff Avenue mit einem Bus zum altehrwürdigen Banff Springs Hotel mit den grünspanigen Kupferdächern hinauf. Das Hotel wurde von der Canadian Pacific Railway erbaut und 1888 eröffnet, es hat nach mehrfachen umbauten heute 600 Zimmer und kann bis zu tausend Gäste beherbergen.
Vom Hotel aus gingen wir zu den Bow Falls, die zwar nicht hoch, aber durch ihre Breite und Länge trotzdem beeindruckend sind. Natürlich gingen wir auch zum Bow River, wo 1954 die Außenaufnahmen zum Marilyn Monroe-Film "Fluß ohne Wiederkehr" gedreht wurden. Mit dem Bus fuhren wir in die Banff Avenue zurück und stärkten uns im Grizzly House bei einem Hirschsteak.
Bow River
Nach dem Essen ging es mit der Sulphur Mountain Gondola auf den Gipfel des Sulphur Mountain und wir genossen aus 2.285 m Höhe den Panoramablick über Banff, den Bow River, dem Banff Spring Hotel und die umliegenden Berge.
Viel zu schnell gingen die Tage hier vorbei und so fuhren wir von Banff durch den Kootenay Nationalpark nach Radium Hot Springs.
Radium Hot Springs
Radium Hot Springs Pool
Am Ausgang des Sinclair Canyon (eine eindrucksvolle kurze Schlucht), am Südende des Kootenay Nationalparks, liegt das Touristendorf Radium Hot Springs.
3 km vor Radium Hot Springs, direkt am Banff-Windermere-Highway liegen die ganzjährig geöfneten heißen Swimminpools mit Schwefelhaltigem 35° bis 42° warmen Wasser.
Die aus einer Verwerfung der Erdkruste sprudelnden Quellen, waren schon den Indianern bekannt, die diese als heilige Stätte betrachteten. Sie erhielten diesen Namen aufgrund der (geringen) Spuren an Radioaktivität, was früher als gesundheitsfördernd angesehen wurde.